2026

Vortrag von Natalie Gutgesell über Dora Hitz
Jedes Jahr anläßlich des Internationalen Frauentags weist der Künstlerbund Schwabach auf die Benachteiligung von Frauen in der Kunst hin.
Dieses Jahr stellte Privatdozentin Dr. Natalie Gutgesell eine wiederentdeckte Künstlerin vor: Dora Hitz (1856–1924), die einzige mittelfränkische Malerin von kunsthistorischer Tragweite, die zu den bedeutendsten Vertreterinnen der europäischen Avantgarde des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zählt. Der Zufall führte Dr. Gutgesell zunächst zu Bildern von Dora Hitz im Königsschloss Peleș in Rumänien. Da kaum Informationen über die Künstlerin existierten, begann sie daraufhin, deren Leben und Werk intensiv zu erforschen.

Eugen Spiro_Porträt der Malerin_Dora Hitz, Öl auf Leinwand, (C) Privatsammlung Berlin
Geboren in Altdorf, aufgewachsen und begraben in Ansbach, verfolgte sie ihre Karriere in den Kunstmetropolen Berlin, Paris und Rumänien.
Als Hofmalerin des rumänischen Königshauses erlangte sie internationale Bekanntheit. Ihr Netzwerk reichte weit: Sie pflegte Freundschaften mit vielen Größen der Moderne, korrespondierte mit Schriftstellern und Politikern, war Mitbegründerin der Berliner Secession und Mitglied der November-Gruppe.
Besonders prägend war ihre Zusammenarbeit mit der Schriftstellerin Carmen Sylva, die 1896 als Elisabeth von Rumänien den Thron bestieg.
Dieses faszinierende Kapitel der Kunstgeschichte enthüllte Dr. Gutgesell durch mühsame Archivarbeit und vermittelte es mit großer Leidenschaft und Lebendigkeit an die rund zwei Dutzend Zuhörer im Haus der Begegnung.
Die aus Coburg stammende Kunsthistorikerin, Kuratorin und Künstlerin forscht spezialisiert zur Kunst- und Kulturgeschichte des 18. bis 20. Jhdt.sowie zu den Netzwerken von Künstlerinnen. Im Jahr 2025 kuratierte sie eine Ausstellung zu Dora Hitz, die sowohl in Coburg als auch im National-museum Peleș in Rumänien gezeigt wurde, und veröffentlichte einen begleitenden Katalog.
Viele Werke von Dora Hitz sind nicht entdeckt. Die Referentin sucht daher aktiv nach Bildern im Privatbesitz, die bisher weder dokumentiert noch öffentlich zugänglich sind.
2024

Vortrag von Christine Demele über die Frauen im Umfeld Dürers
Das Haus der Begegnungen war nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt, als die in Schwabach bekannte Christine Demele ihren Vortrag zum Internationalen Tag der Frau hielt. Als anerkannte Dürer-Expertin, Leiterin des Albrecht-Dürer-Hauses und der Graphischen Sammlung Nürnbergs, konnte sie detailreich über die Frauen an Dürers Seite referieren.
Der Vortrag war den Frauen gewidmet, die Anfang des 16. Jahrhunderts zusammen mit Dürer lebten und arbeiteten sowie denjenigen, die sein Haus Mitte des 20. Jahrhunderts vor der Zerstörung bewahrten.
An erster Stelle ist Dürers Ehefrau Agnes Dürerin, geborene Frey, zu nennen, über die wenig gewusst und deshalb viel spekuliert wird. Nach dem Tod seines Vaters nahm Dürer außerdem seine Mutter bei sich auf. Die Magd Susanna reiste mit Albrecht und Agnes in die Niederlande und scheint nicht nur im Haushalt, sondern auch in der Werkstatt geholfen zu haben. Alle drei spielten eine wichtige Rolle in Dürers Leben, allen voran Agnes, die mehrfach von ihrem Mann porträtiert wurde.
Schließlich spannte der Vortrag den Bogen ins 20. Jahrhundert, als das Dürer-Haus als eines der wenigen Altstadthäuser Nürnbergs den 2. Weltkrieg verhältnismäßig glimpflich überstand. Zu verdanken war das ganz wesentlich dem mutigen und selbstlosen Handeln zweier Frauen, Marie und Gertrud Falcke, Mutter und Tochter, die damals im Dürer-Haus wohnten, weil Marie Falcke das Amt der Hausverwalterin von ihrem verstorbenen Mann, dem Nürnberger Maler August Falcke sozusagen geerbt hatte.