Das künstlerische Werk von Renate Gehrcke ist von der Überzeugung getragen, dass Kunst ein offener, lebendiger Prozess ist – durchzogen von Energie, Bewegung und innerer Dynamik.
Ihre Arbeiten entstehen aus dem Spannungsverhältnis von Ordnung und Auflösung, von Linie und Fläche, von Impuls und Verdichtung. Dabei wird das Bild nicht als abgeschlossene Form verstanden, sondern als ein sich entwickelndes Gefüge, das Veränderung sichtbar macht.
Dieser Fokus auf die Dynamik ist kein Zufall, sondern tief in ihrer Biografie verwurzelt. Renate Gehrcke ist die Enkelin von Rudolf von Laban, dem Wegbereiter des modernen Ausdruckstanzes. Laban verstand Bewegung als elementare Sprache und stellte die Energie des Körpers im Raum in das Zentrum seines Denkens. Gehrcke führt dieses bedeutende Erbe fort, indem sie die Prinzipien des Tanzes in eine visuelle Sprache übersetzt.
Während ihr Großvater den Körper als Medium nutzte, werden bei ihr Linie, Fläche und Farbe zu Trägern von Rhythmus und Kraft. Ihr Werk wird so zu einer faszinierenden Übertragung des Ausdruckstanzes in die bildende Kunst.
Gehrckes künstlerische Sprache ist bewusst vielgestaltig. Malerei, Zeichnung und experimentelle Techniken greifen ineinander und eröffnen immer neue Möglichkeiten des Ausdrucks. Diese Offenheit ist kein Selbstzweck, sondern folgt dem Anliegen, Bewegung nicht nur darzustellen, sondern erfahrbar zu machen.
Der Betrachter wird dabei aktiv einbezogen: Wahrnehmung geschieht nicht im Vorübergehen, sondern im Innehalten, im Perspektivwechsel, im gedanklichen und räumlichen Mitvollzug. So entfaltet sich ein Dialog zwischen Werk und Publikum, der nicht auf eindeutige Lesarten zielt, sondern auf ein individuelles Erleben.
Renate Gehrcke versteht Kunst als einen Raum der Begegnung – zwischen Form und Empfindung, zwischen Künstlerin und Betrachter, zwischen innerer Bewegung und äußerer Welt. Ihre Arbeiten laden dazu ein, sich auf Prozesse einzulassen, die weniger Antworten geben als vielmehr Fragen eröffnen.
Die Ausstellung ist vom 9. Mai – 7. Juni 2026 von 9-18 Uhr in der Stadtkirche Schwabach zu sehen. Geöffnet täglich 9-18 Uhr. Eintritt frei. Barrierefrei.
VITA
*1943 in München | AdBK Stuttgart bei Prof. Gollwitzer | AdBK München bei Prof. Zacharias
AUSSTELLUNGEN
seit 1970 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, davon mehrmals im Haus der Kunst in München, im Museu de Arte contemporãnea São Paulo, im Rathaus des 16. Arr. Paris, im Parlamentspalast in Bukarest, in der Kunsthalle Nürnberg u.A.
AKTIVITÄTEN UND AUSZEICHNUNGEN
Gründung des Kunstvereins „Spirale“ in Treuchtlingen und 1. Vorsitzende bis 2020 | Arbeitsstipendien in Brasilien | Leiterin von Workshops in São Paulo, Belém/Amazonas und Fortaleza | Arbeitsstipendien in Rumänien und Frankreich | Dozentin für Zeichnung und Malerei an der Universität Eichstätt |Preis der Stadt Nürnberg | Anerkennungspreis der Nürnberger Nachrichten 2018 Ehrenamtsmedaille des Bayerischen Ministerpräsidenten
Ausstellungen
Jahresprogramm 2026
3D-Rundgang der Mitgliederausstellung 2022
Video zur Mitgliederausstellung 2025 (YouTube)
Stadtkirche Schwabach
Öffnungszeiten
täglich von 9 - 18 Uhr
Stadtmuseum Schwabach
Öffnungszeiten
Mittwoch bis Sonntag 10 - 18 Uhr