RAUM-TANZ-KLANG (Tanzperformance zur Finissage der Harald Kienle Ausstellung)

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Zeit:
18.2.2024
Ort:
Städtische Galerie Schwabach


Harald Kienle
Kienle 1
Harald Kienle Ausstellung "Schwab-Acht" 2024
Foto: F. Hegewald

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Harald Kienle hat uns eine wirklich beeindruckende Ausstellung in der Städtischen Galerie Schwabach geboten. Waren es noch anfangs 6.000 Hölzchen, die den Raum weiteten mit Türmchen und Bodeninstallationen – wurden es täglich mehr, bis am Schluss 10.000 Hölzchen den Raum komplett ausfüllten.

Nicht genug, beeindruckte uns Harald Kienle zum Abschluss mit einer Uraufführung eines Medienereignisses, einer Premiere aus Klang, Poesie und Tanz.
Anfangs formen 10.000 Hölzer den Raum um, versperren den Weg, zwingen auf neue Pfade. Gewölbe wird eingegrenzt, die Frauenskulptur korsettiert, organische Formen mit vierkantig rechtwinkligen Hölzchen verbaut.

Ordnung als Grundprinzip. Die Galerie wird zum Mikrokosmos des Zeitgeists. Zur Metapher für alle unsere Eingrenzungen: Politische Korrektheit, Gendern, Kulturelle Aneignung, Minderheitenschutz, Tierwohl, Nachhaltigkeit… Alles will bedacht sein.

In diesem eingegrenzten, verbauten Raum steht die Verzweifelte, Mahnende und ruft „Sprich, wer bist Du?“, „Sprich, wie kann ich dich finden?“, Sprich, wie kann ich Dich sehen?“.
Diese Ordnung kann durch Kunst über-wunden werden. Das kreative Ausloten von Gegensätzen, Hindernisse nieder tanzen, sich beim fallenden Klang der Hölzer befreien, Vierecke zu Haufen formen. Mit freiem Körpertanz, ohne Regeln, nur Gefühl, einen neuen Raum schaffen, den Körper sprechen lassen und sehen,  was der Tanz und die Bewegung im Inneren und Äußeren auslösen.

Mit Kreativität die Ordnung überwinden. Diese Botschaft wurde kongenial von den Beteiligten in dieser Finissage dargestellt:  mit ausdrucksstarkem Tanz von Michaela Pereira Lima, als fragende Poetin Maria Trunk und Harald Kienle als formender Geist im Hintergrund.

Danke für diese grandiose Vorstellung.